Steglitz-Zehlendorf

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Steglitz-Zehlendorf ist der sechste Verwaltungsbezirk von Berlin und hatte 299.268 Einwohner per 30. November 2014. Er gilt heute als gehobener bzw. wohlhabender Wohnbezirk und weist die höchste Sozialstruktur aller zwölf Berliner Bezirke auf. Der im Südwesten Berlins gelegene Bezirk umfasst sieben Ortsteile und grenzt unmittelbar an die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam.

Der Bezirk entstand am 1. Januar 2001 im Zuge der Neuordnung der zuletzt 1920 (Groß-Berlin) festgelegten Verwaltungsbezirke Berlins durch Fusion der früheren Verwaltungsbezirke Steglitz mit seinen Ortsteilen Lankwitz, Lichterfelde und Steglitz, sowie Zehlendorf mit seinen Ortsteilen Dahlem, Nikolassee, Wannsee und Zehlendorf.

Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf umfasst sowohl ausgedehnte Erholungsgebiete wie auch unterschiedliche Wohn- und Gewerbelagen. Im Westen finden sich unter anderem Erholungsgebiete wie der Wannsee, der südliche Grunewald mit seinen Seen Krumme Lanke und Schlachtensee, die besonders im Sommer von vielen Berlinern besucht werden. Der Ortsteil Dahlem ist Sitz zahlreicher wissenschaftlicher Einrichtungen und der Freien Universität. Das Ortsgebiet Zehlendorf hat unterschiedliche Wohnlagen, im Zentrum ein kleines Einzelhandelsgebiet. Das südlich von Dahlem gelegene Lichterfelde ist geprägt von der gründerzeitlichen Villenkolonie Lichterfelde, mit ihren kleineren Einzelhandelszentren, im südlichen Teil finden sich teilweise Wohngebiete aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (Lichterfelde-Süd).

Der weiter östlich gelegene Ortsteil Steglitz ist hingegen stärker städtisch strukturiert, wie im Ortskern von Steglitz mit dem zweitgrößten Berliner Einkaufsgebiet in der Schloßstraße. Ein ehemaliges Villengebiet im Süden (Südende) ist im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört worden. Im Bezirk liegt auch der Botanische Garten, der sich auf dem Gebiet des Ortsteils Lichterfelde befindet.

Im Ortsteil Wannsee liegt der westlichste Punkt des Bezirks und von Berlin, der in der Havel liegt, die dort die Grenze zwischen Berlin und Brandenburg darstellt.

Der Bezirk ist sehr unterschiedlich besiedelt. In Steglitz und Lichterfelde lebt die Hälfte der Bevölkerung des Bezirks. Steglitz ist einer der am dichtesten besiedelten Ortsteile Berlins, während Wannsee einer der am wenigsten besiedelten ist. In Wannsee leben nur drei Prozent der Bevölkerung des Bezirks, jedoch hat der Ortsteil die größte Fläche, und zwar fast ein Viertel der Gesamtfläche des Bezirks.

Steglitz-Zehlendorf ist der Berliner Bezirk mit der höchsten Sozialstruktur. Er umfasst eine Reihe von Villensiedlungen und ist gekennzeichnet durch ein relativ hohes Durchschnittseinkommen der Bewohner sowie eine vergleichsweise niedrige Arbeitslosenquote mit 10,1 Prozent am 30. April 2013. Dahlem, die Seen- und Waldlagen von Zehlendorf und die Villenkolonie Lichterfelde-West gehören mit zu den beliebtesten Wohnlagen außerhalb der Berliner Innenstadt. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung wies am 31. Dezember 2012 mit 46,1 Jahren den höchsten Wert aller Berliner Bezirke auf, womit Steglitz-Zehlendorf der Bezirk mit den ältesten Einwohnern ist (zum Vergleich: Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat mit 37,3 Jahren die jüngste Bevölkerung)

Steglitz-Zehlendorf ist im Gegensatz zu anderen West-Berliner Bezirken kein klassischer Einwanderungsbezirk; der Ausländeranteil lag am 31. Dezember 2012 bei 11,6 Prozent, während der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund bei 23,7 lag. Allerdings variiert der Anteil zwischen den einzelnen Ortsteilen. An sieben der 33 öffentlichen Grundschulen des Bezirkes liegt der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund bei über 40 Prozent. Im städtisch geprägten Ortsteil Steglitz haben fast 30 Prozent der Einwohner einen Migrationshintergrund, im dünn besiedelten Wannsee dagegen rund 17 Prozent. Die größten Migrantengruppen von Steglitz-Zehlendorf setzen sich aus Polen, Türken, Jugoslawen, US-Amerikanern, Arabern und diversen afrikanischen und asiatischen Ethnien zusammen. Bei letzteren sind vor allem Menschen aus Ghana und Nigeria, bzw. aus China, Südkorea und Thailand vertreten

Das Wappen des Bezirks Steglitz-Zehlendorf orientiert sich an den Wappen der namensgebenden Ortsteile Steglitz und Zehlendorf. Die Wappen der übrigen Ortsteile bleiben unberücksichtigt. Dies entspricht dem Muster der Wappenbildung in den meisten Berliner Bezirken. Auch schon die von 1920 bis 2000 bestehenden ehemaligen Verwaltungsbezirke Steglitz und Zehlendorf hatten jeweils nur die Wappen der beiden alten preußischen Dörfer verwandt, ergänzt um die allen Berliner Wappen gemeinsame Mauerkrone als Sinnbild des Stadtverbands. Das heutige Bezirkswappen wurde am 25. März 2003 durch den Senat von Berlin gestiftet.
Die Kiefer und der Wellenschildfuß sind dem Zehlendorfer Wappen entnommen. Sie versinnbildlichen den Wald- und Wasserreichtum des Bezirks. Das Adlermotiv ist dem Steglitzer Wappen entnommen. Die Mauerkrone ist das verbindende Element aller Berliner Bezirke.

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